PL - Patellaluxation



Was ist PL?
Das Wort Patellaluxation setzt sich zusammen aus den Worten Patella = Kniescheibe und Luxation = der medizinische Begriff für Ausrenken. Eine an PL leidende Katze hat also das Problem, dass die betroffene/n Kniescheibe/n durch äußere Einwirkung oder auch von alleine aus der Fassung rutschen. PL wird in fünf Schweregrade unterteilt: Grad 0 = Im normalen Bewegungsablauf der Katze sitzt die Patella fest in ihrer Fassung, auch auf Druck ist sie nicht luxierbar.

Anmerkung zur Anatomie: Eine Katze hat nur an den Hinterbeinen Kniescheiben.

 

Grad 1 Die Patella kann nur auf Druck luxiert werden, im normalen Bewegungs- ablauf der Katze bleibt sie fest in ihrer Fassung, daher hat die Katze keinerlei Probleme.
Grad 2 Die Patella kann auf Druck vollständig luxiert werden, auch im normalen Bewegungsablauf der Katze luxiert gelegentlich. Die Patella kann durch Bewegung der Hintergliedmaßen oder Druck reponiert (an ihren Platz geschoben) werden.
Grad 3 Die Patella luxiert häufig und kann nur durch manuelle Reposition (Einrenken/Zurücklegen) wieder in ihre Fassung gebracht werden. Jedoch verbleibt die Patella auch nach der Reposition nicht lange in ihrer Fassung. Durch Bewegung der Hintergliedmaßen ist die Patella nicht in ihre Fassung zu bringen.
Grad 4 Die Patella ist permanent luxiert. Eine Reposition ist weder auf Druck noch im normalen Bewegungsablauf möglich.

 

Woher kommt PL?
Ursprünglich wurde vermutet, dass PL durch einen rezessiven Erbgang vererbt wird. Neuere Erkenntnisse sprechen jedoch für einen polygenetischen Erbgang, was die Bekämpfung der Krankheit wieder recht schwierig gestaltet, weil es trotz negativ getesteter Eltern vorkommen kann, dass die Kitten an PL leiden.

Wie erkenne ich PL?
Schon anhand der Schweregrade und deren Beschreibung kann man ableiten, woran man PL bei einer Katze erkennen kann. Eine PL mit Schweregrad 1 kann, da die Patella nur auf Druck luxierbar ist, nur durch einen Tierarzt festgestellt werden. Eine PL mit Schweregrad 2 erkennt man, wenn man sein Tier genau beobachtet auch schon Zuhause. Ab diesem Schweregrad luxiert die Patella auch im Bewegungsablauf der Katze, üblicherweise verrutscht die Patella nach innen und „verkeilt“ sich dort. Dieses verkeilen der Patella kann man bei seiner Katze dann daran erkennen, dass sie beim Laufen die Hinterbeine nah an den Körper ran zieht und nach hinten ausstreckt, häufig zu beobachten, dass die Katze das betroffene Bein einfach für 1-2 Schritte nicht einsetzt und dann ganz normal weiterläuft. Durch diese Bewegung kann die Katze die Patella selbst reponieren. Bei Schweregrad 3 und 4 kann man das obige Verhalten oft beobachten. Hier kann auch oft beobachtet werden, dass die Katzen mit einem Bein hüpfen, die Hinterbeine synchron bewegen. Diese beiden Schweregrade sieht man eigentlich recht deutlich, wenn man die Katze in ihren Bewegungen beobachtet.

Wie kann PL diagnostiziert werden?
PL kann im Grunde durch jeden Tierarzt diagnostiziert werden, der durch den Bundesverband praktizierender Tierärzte (http://www.tieraerzteverband.de/suche/index.php?session=&engine=4) zertifiziert ist, was auf sehr viele Tierärzte zutrifft, daher sollte es kein Problem sein, einen entsprechenden Tierarzt zu finden. Man sollte bei der Untersuchung darauf achten, dass zu untersuchende Kätzinnen nicht rollig sind, da dies das Ergebnis u.U. verfälscht.

Kann PL behandelt werden?
PL kann behandelt werden, je nach Schweregrad kann man erst mal versuchen, durch gezielte Krankengymnastik die Muskeln zu stärken und so ein häufiges luxieren zu verhindern. Sollte die Katze jedoch Schweregrad 2-4 haben, wobei man es bei Schweregrad 2 davon abhängig macht, wie häufig die Patella luxiert, sollte man die Katze einer Operation unterziehen, da es durch das häufige luxieren mit der Zeit zu Arthrose und zu Schmerzen führt. Laut unseren Informationen ist die Operation bei den meisten Patienten langfristig erfolgreich. Wie bei allen Eingriffen gibt es aber auch hier eine geringe Anzahl von Tieren, bei der die PL auch durch die Operation nicht vollständig behoben werden kann, jedoch ist diese dann vom Schweregrad her meist deutlich geringer als die ursprüngliche PL.

PL in der Zucht
Auch wenn PL durch den (vermutlich) polygenetischen Erbgang schwer zu kontrollieren ist, sollten Züchter ihre Tiere untersuchen lassen, denn nur durch die Untersuchung auf PL können wir langfristig versuchen das Risiko zu verringern. Eine einmalige Untersuchung reicht hierbei aus.

Unserer Meinung nach sollten Tiere, die mit einen PL Grad 2-4 nicht zur Zucht eingesetzt werden, da diese definitv Probleme mit der Erkrankung haben und ggf. operiert werden müssen.

Tiere mit PL-Grad 1 sollten unserer Meinung nach nicht aus der Zucht genommen werden, da diese Tiere ebenso wie Tiere mit Grad 0 (negativ) keinerlei Probleme haben und auch in keiner Weise behandelt werden müssen. Hinzu kommt, dass es dem Genpool nachhaltig schaden würde, wenn auch alle Tiere mit PL Grad 1 aus der Zucht genommen werden würden. Selbstverständlich sollten Tiere mit einem Grad 1 ausschließlich mit Grad 0 (negativ) getesteten Tieren verpaart werden.