Hüftdysplasie - HD

 

 

Was ist HD?

HD ist eine erblich bedingte Erkrankung des Hüftgelenks. Bei einer an HD erkrankten Katze sind die Gelenkpfannen des Hüftgelenks nicht tief genug, so dass der Kopf des Oberschenkelknochens (Femur) nicht oder nicht richtig, je nach Schweregrad, in das Hüftgelenk passt. Durch diesen Defekt wird der Gelenkknorpel bei jeder Bewegung abgerieben, was auf Dauer dazu führt, dass die Knochen aneinander reiben, was sehr schmerzhaft ist.

 

Woher kommt HD?

Die HD unterliegt einem polygenetischen Erbgang, was die Kontrolle und das ausmendeln dieser Krankheit so schwierig gestaltet, nicht umsonst hat man das Problem auch nach Jahrzehnten in der Hundezucht nicht in den Griff bekommen, da auch aus Eltern mit perfekten Hüften Kitten resultieren können, deren Hüften sehr schlecht sind.

 

Wie erkenne ich HD?

Da Katzen Meister darin sind ihre Schmerzen zu verbergen – im Zweifel gar nicht. Gerade die milderen Formen der HD merkt man einer Katze oft gar nicht an. Die schwereren Grade sieht man gelegentlich am Gang der Tiere, merkt, dass die Tiere nicht gerne springen oder sich vorsichtiger bewegen, aber auch das ist nicht immer so.

 

Wie kann HD diagnostiziert werden?

HD wird Mittels Röntgen diagnostiziert. Hierzu wird die Katze in eine kurze Narkose gelegt, da sie für die Beurteilung einer Hüfte mit gerade ausgestreckten Hinterbeinen geröngt werden müssen, was Katzen für gewöhnlich nicht zulassen, jedenfalls nicht in der nötigen Entspannung, da durch ein Anspannen der Hinterbeine das Röntgenbild verfälscht werden kann. Nur das Röntgenbild einer korrekt gestreckten Katze kann zur Beurteilung einer HD herangezogen werden.

Derzeit gibt es neben den Auswertungen durch den Tierarzt, der das Röntgenbild erstellt, zwei offizielle Auswertungsstellen für HD, zum einen die OFA in den USA und zum anderen Pawpeds in Schweden. Beide haben ein unterschiedliches Bewertungssystem:

 

Bewertungssystem bei Pawpeds

Normal

Gute Hüften, keine Abweichungen

Borderline

Grenzfall, minimale Abweichungen, aber Dysplastic nicht ausgesprochen

Grad 1

Die mildeste Form der HD

Grad 2

Gemäßigt betroffene Hüften

Grad 3

Die schwerste Form der HD

 

Bewertungssystem bei der OFA

Excellent

Überragende Beschaffenheit; Es gibt eine tief sitzende Kugel (Femurkopf), die mit minimalem Gelenkraum eng an einer gut geformten Pfanne (Acetabulum) anliegt.

 

Good

Etwas weniger als das Überragende, aber ein gut ausgebildetes kongruentes Hüftgelenk wird visualisiert. Der Femurkopf passt gut in die Pfanne und es ist eine gute Abdeckung vorhanden.

 

Fair

Geringfügige Unregelmäßigkeiten; Das Hüftgelenk ist breiter als bei einer guten Hüfte. Der Femurkopf rutscht leicht aus der Pfanne. Der Sockel kann auch etwas flach erscheinen.

 

Borderline

Nicht klar. In der Regel mehr Inkongruenz als bei einer fairen Hüfte, aber es gibt keine arthritischen Veränderungen, die das Hüftgelenk definitiv als dysplastisch diagnostizieren.

 

Mild

Eine signifikante Subluxation ist vorhanden, wenn sich der Femurkopf teilweise außerhalb der Pfanne befindet, wodurch der Gelenkraum vergrößert wird. Die Pfanne ist normalerweise flach und bedeckt den Femurkopf nur teilweise.

 

Moderate

Der Fremurkopf sitzt kaum in einer flachen Pfanne. Es gibt sekundäre arthritische Knochenveränderungen in der Regel entlang des Oberschenkelhalses und -kopfes (Remodeling), Änderungen der Hüftgelenkpfannen (Osteophyten oder Knochensporen) und verschiedene Grade von trabekulären Knochenmusteränderungen (Sklerose).

 

Severe

Deutliche Hinweise darauf, dass eine Hüftgelenksdysplasie vorliegt. Der Femurkopf befindet sich teilweise oder vollständig außerhalb einer flachen Pfanne. Signifikante arthritische Knochenveränderungen entlang des Oberschenkelhalses sowie Kopf- und Hüftgelenksrandveränderungen

 

Wie kann HD behandelt werden?

Je nach Schweregrad wird die HD konservativ oder chirurgisch behandelt. Bei der konservativen Behandlung geht es in erster Linie um Gewichtskontrolle und Physiotherapie, diese wird unterstützt durch Schmerzmittel sowie Futtermittelzusätze.

Bei der chirurgischen Behandlung wird eine Femurkopfresektion vorgenommen. Bei Hunden sind noch weitere chirurgische Behandlungen möglich, wie etwa ein künstliches Hüftgelenk, diese Maßnahmen sind bei der Katze in der Regel aber nicht erfolgreich. Mit einer Femurkopfresektion können Katzen hingegen sehr gut leben, da sie das Fehlen der Femurköpfe muskulär ausgleichen kann.

 

HD in der Zucht?

Auch wenn HD durch den polygenetischen Erbgang schwer zu kontrollieren ist, sollten Züchter ihre Tiere untersuchen lassen, denn nur durch die Untersuchung auf PL kann langfristig versucht werden, das Risiko für HD zu verringern. Eine einmalige Untersuchung ab dem 12. Lebensmonat reicht hierbei aus.

Da sehr viele Maine Coon von HD betroffen sind, gehen die Empfehlungen klar dahin, dass nicht alle Tiere, die keine perfekten Hüften haben aus der Zucht genommen werden, da dies den ohnehin nicht besonders großen Genpool (klingt bei einer so verbreiteten Rasse wie der Maine Coon komisch, aber der Genpool ist tatsächlich relativ klein) noch weiter verkleinern würde. Die Empfehlung von Pawpeds lautet, dass Tiere bis einschließlich Grad 1, d.h. Tiere mit den Ergebnissen Normal, Borderline und Grad 1 zur Zucht zu verwenden. Hierbei ist darauf zu achten, dass bei den Verpaarungspartnern für Tiere mit nicht optimalen Hüften nur gute Hüften eingesetzt werden. Nach dem Bewertungssystem der OFA sollten Tiere mit einer schlechteren Bewertung als Mild nicht zur Zucht verwendet werden.